Unsere Geschichte
Fünfzehn Sänger, ein Gasthaus, ein Septemberabend 1879. Was daraus geworden ist.
Die Germania auf der Fahne
Sie steht mit Schwert und Schild in einem Lorbeerkranz, gearbeitet in Silber. Seit 1895 sitzt sie auf der Fahnenstange des Vereins, und auf dem Band unter ihren Füßen steht diese Jahreszahl.
Die Germania war im Kaiserreich das Bild, in dem sich ein ganzes Land wiedererkennen wollte. In dem Jahr, in dem der Verein gegründet wurde, baute man ihr bei Rüdesheim gerade ein Denkmal von 38 Metern Höhe. Darüber sprach damals die ganze Republik. Die Neckarauer Sänger nahmen den Namen für ihren Verein.
Sechzehn Jahre später holten sie die Figur selbst auf ihre Fahne. Dort ist sie geblieben, durch zwei Weltkriege und alles, was seitdem kam. Wer heute in eine Singstunde geht, sieht dasselbe Zeichen wie die Sänger von 1895.
Von 1879 bis heute
Gründung im Goldenen Lamm
Am 9. September gründen evangelische Sänger im Lokal „Zum Goldenen Lamm“ in der Fischerstraße den Gesangverein „Germania“. Der Chor startet mit 15 aktiven Sängern und 25 passiven Mitgliedern. Hauptlehrer Caspar Hennesthal ist erster Vorsitzender und zugleich Dirigent.
Die erste Fahnenweihe
Am 19. Mai feiert der Verein seine Fahnenweihe im größten Neckarauer Saal, dem „Schwanen“. Der Verein zählt inzwischen 100 Mitglieder, darunter 30 aktive Sänger.
Die Germania auf der Fahnenstange
Für die Vereinsfahne entsteht die silberne Germania im Lorbeerkranz, bis heute das Zeichen des Vereins. Im selben Jahr singt die „Germania“ mit 67 Aktiven beim Badischen Sängerfest in Karlsruhe und holt einen ersten Preis.
Die Spaltung
Am 1. November gründet eine Gruppe von Sängern den eigenen Gesangverein „Sängerhalle“. Neckarau hat nun zwei konkurrierende Chöre.
Der Ladenburger Sängerkrieg
Beim Wertungssingen in Ladenburg treten „Germania“ und „Sängerhalle“ am 24. Mai in derselben Klasse gegeneinander an. Die „Sängerhalle“ gewinnt. Der Streit darüber beschäftigt Neckarau noch jahrelang.
Der Erste Weltkrieg
Fast alle Sänger werden eingezogen. Am Ende des ersten Kriegsjahres stehen rund 100 Mitglieder der „Germania“ an der Front, darunter 60 aktive Sänger.
Wiedervereinigung
Am 8. März stimmen die Mitglieder mit 36 zu 1 Stimme für den Zusammenschluss. Aus zwei Vereinen wird einer, und aus beiden Namen wird der heutige: Sängerhalle Germania. Die Fahnen beider Vereine bleiben gleichberechtigt.
Fünfzig Jahre und ein Festzug
Zum 50. Jubiläum ziehen am 28. Juli 39 Gesangvereine mit über 3.000 Sängern durch Neckarau. Ein Festzug dieser Größe ist bis heute unerreicht. Der Verein hat 150 aktive Sänger und 200 passive Mitglieder.
Das Gemeindehaus
Am 26. Oktober singt der Chor vor 1.200 Besuchern im neu erbauten evangelischen Gemeindehaus. Dort probt die Sängerhalle Germania bis heute.
Singen in der Diktatur
Der Deutsche Sängerbund wird der Reichsmusikkammer eingegliedert, aus dem Vorsitzenden wird ein „Vereinsführer“. Auch das Chorleben steht unter staatlicher Aufsicht.
Neuanfang
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Verein neu gegründet. 1949, zum 70-jährigen Bestehen, sind wieder fast 200 Mitglieder dabei.
Das 75. Jubiläum
126 aktive Sänger stehen im Chor. Beim Festbankett im Volkshaus wird Valentin Weidner geehrt, 90 Jahre alt und seit 70 Jahren im Verein.
Ein Kinderchor entsteht
Auf Betreiben des Dirigenten Herbert Striebig gründet der Verein einen Kinderchor. Schon bei der Gründungsfeier zählt er 45 Mitglieder. Heute besteht der Kinderchor nicht mehr.
Der Frauenchor
Nach über hundert Jahren als Männergesangverein bekommt die Sängerhalle Germania einen eigenen Frauenchor. Er wächst schnell und ist 2004 mit 39 Aktiven größer als der Männerchor.
125 Jahre
Zum Jubiläum erscheint die Vereinschronik, aus der diese Seite schöpft. Der Verein zählt 159 Mitglieder, 61 davon Frauen.
Drei Chöre, ein Verein
Männerchor, Frauenchor und gemischter Chor proben gemeinsam montags im Gemeindehaus der Matthäuskirche. Die Losung von 1919 gilt weiter: „Nach ernster Arbeit, froher Liederschall, sei unsere Losung: Germania Sängerhall.“
Nach ernster Arbeit, froher Liederschall,
sei unsere Losung: Germania Sängerhall.